Samstag, 14. September 2013

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Umstrittene NahrungsergänzungsmittelLindern diese Präparate Beschwerden in den Wechseljahren?

Die meisten Frauen leiden unter Beschwerden in den Wechseljahren. Nahrungsergänzungsmittel erwecken den Anschein, das Wohlbefinden dieser Frauen zu verbessern. Doch namhafte Wissenschaftler und unabhängige Institutionen äußern Zweifel an der Wirksamkeit dieser Mittel.
Von: Mike Lingenfelser, Hendrik LovenStand: 05.11.2013
In Hamburg treffen wir Alexandra Verfürth. Ihr ging es wie vielen Frauen in den Wechseljahren. Die Schlafstörungen, so schildert sie es beim Frauenarzt, waren besonders schlimm.
Alexandra Verfürth: „So gegen halb eins, eins bin ich täglich wach geworden und ich konnte erst nach zwei, drei Stunden wieder einschlafen. Ich war so unruhig, dann habe ich zwischenzeitlich Haarausfall gehabt, das belastet eine Frau natürlich auch sehr. Und diese stoßartigen Schweißausbrüche – und dann auf der beruflichen Ebene – das ist wirklich unerträglich.“
In ihrer Not kauft sie sogenannte Nahrungsergänzungsmittel. Die gibt es ohne Rezept in Drogerien und der Apotheke. Doch geholfen haben sie ihr nicht. Wirken diese Nahrungsergänzungsmittel überhaupt?
Von Calcium bis Eisen – die Auswahl in den Regalen ist groß. Doch vor allem sogenannte Isoflavon-Präparate versprechen Frauen „Hilfe in den Wechseljahren“. Im Internet kann man mehr als 100 verschiedene Mittel bestellen. „Isoflavone“ aus Soja und Rotklee, natürliche Nährstoffe – klingt vielversprechend, ist es aber nicht, erklärt Frauenarzt Prof. Kai Bühling.
Prof. Dr. med. Kai J. Bühling, Uniklinik Hamburg-Eppendorf, Leiter Hormonsprechstunde: „Bei den Nahrungsergänzungsmitteln muss ja überhaupt kein Nachweis erbracht werden.  Das ist einfach vorhanden. Man behauptet, da sind die Phytoöstrogene drin, und die Isoflavone drin, die jetzt in einer Pflanze vorhanden sind, und gibt das einfach aus und sagt, es hilft dagegen.“
In Köln geht der Sprecher des Isoflavon-Forschungsprojekts, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, noch weiter: Der Verdacht: Isoflavone in Nahrungsergänzungsmitteln könnten das Brustkrebsrisiko bei Frauen in den Wechseljahren erhöhen.
Prof. Dr. Patrick Diel, Sprecher Isoflavon-Forschungsprojekt „Iso-Cross“, DSHS Köln: „Das ist eigentlich das große Risiko. Und aus tierexperimentellen Daten wissen wir auch, dass bereits existierende Tumore auf jeden Fall in ihrer Entwicklung gefördert werden durch diese Substanzen, das ist auf jeden Fall klar.“
Beworben werden sie jedoch so:
Ausschnitt aus Werbevideo (Quelle: YouTube/ QVC):
„Es geht um das Stichwort Isoflavone“
„Nicht nur. Isoflavone – super für die Wechseljahre. Das heißt: Das ist ein Hightech-Universalprodukt und arbeitet zweifach: 1. Wechseljahresbeschwerden werden minimiert. 2. Frischzellenkur, absoluter Jungbrunnen für Ihre 70 Billionen Körperzellen. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass die Wissenschaftler für den Nobelpreis vorgeschlagen werden.“
Nobelpreisverdächtig? Wir zeigen das Video dem Isoflavon-Experten Prof. Diel.
Prof. Patrick Diel, Sprecher Isoflavon-Forschungsprojekt „Iso-Cross“, DSHS Köln: „Das ist genau die Schiene, über die ich mich aufrege. Den Leuten wird da der größte Blödsinn erzählt, vom Himmel irgendwas versprochen.“
Können Nahrungsergänzungsmittel mit Isoflavonen gefährlich werden? Wir fragen Deutschlands obersten Kontrolleur für Lebensmittelsicherheit im Bundesinstitut für Risikobewertung. Ab welcher Tagesdosis spricht man hier von einem Risiko?
Prof. Alfonso LampenBundesinstitut für Risikobewertung: „Wir können nicht ausschließen, dass jenseits von 50, vielleicht sogar 100 Milligramm, vielleicht sogar 150 Milligramm, dieses Risiko existent ist.“
Und diese Dosis ist schnell erreicht, wenn wie hier bis zwei Tabletten pro Tag empfohlen werden – das sind zusammen 120 Milligramm.
Und:
Prof. Patrick DielSprecher Isoflavon-Forschungsprojekt „Iso-Cross“, DSHS Köln: „Da die Hersteller dieser Fabrikate damit werben, dass es natürlich ist, ist es oft so, dass die Frauen sehr viel mehr einnehmen als eigentlich empfohlen wird und das kann dann natürlich auch ein Risiko darstellen."
Wir fragen namhafte Hersteller nach den Risiken von Isoflavonen in Nahrungsergänzungsmitteln. Nur drei antworten, schreiben dass „Isoflavone sicher“ seien und verweisen auf eine „Isoflavon Forschungsinitiative“. Diese betont vor allem die positiven Effekte von Isoflavonen. Wir fahren hin. In einem kleinen Dorf im Allgäu befindet sich die Forschungsinitiative, in diesem Haus. Es ist gleichzeitig der Sitz einer Firma, die Herstellern von  Nahrungsergänzungsmitteln Beratung anbietet – alles in einem, dem Wohnsitz des Vorsitzenden – in seinem Kellerbüro.
report München„Wie würden Sie denn ihr Engagement hier bezeichnen?“
Mathias Schmidt, Isoflavon-Forschungsinitiative e.V.: „Das ist im Grunde genommen von allen Mitgliedern des Vereins ein freiwilliges Engagement. Das heißt, wir opfern unsere Freizeit dafür.“
report München: Ist es ein Hobby?“
Mathias Schmidt, Isoflavon-Forschungsinitiative e.V.: „Das ist ein Hobby, ja. Es ist ein Hobby. Also im Prinzip habe ich hier einen Teil meines Berufes zum Hobby gemacht.“
Der Pharmazeut wiederholt mehrmals, dass es sehr viele Studien gebe, die die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Isoflavonen in Nahrungsergänzungsmitteln nachweisen.
Mathias Schmidt, Isoflavon-Forschungsinitiative e.V.: „Es gibt also eine aktuelle Meta-Analyse aus dem Jahr 2012, die 17 klinische Studien analysiert hat, und an der Zahl sehen Sie schon, dass es eine ganze Menge Studien gibt und das waren nur Studien bis zum Jahr 2010, alles was neuer ist, ist in diese Analyse gar nicht eingegangen, bis jetzt nicht eingegangen, aber die einzelnen Studien seither, da war keine negative dabei.“
Beim Blick in diese Meta-Analyse finden wir unter den beteiligten Wissenschaftlern zwei, die unter „Interessenkonflikten“ angeben, für ein der Soja-Industrie nahestehendes Institut oder direkt für diese zu arbeiten, also auch für Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln.
Tatsächlich gibt es einige Studien, die Isoflavone auch als positiv und unbedenklich bewerten.
Doch die Studienlage konnte das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung bisher nicht überzeugen. Wir fragen dort, warum es generell zu Isoflavonen so auffallend viele Studien gibt?
Prof. Alfonso LampenBundesinstitut für Risikobewertung: „Weil viele Forscher dort auch Gelder bekommen von dieser Nahrungsergänzungsmittelindustrie. Da wird ganz viel Geld auch reingegeben in die Forschung, um nachzuweisen, dass es auch wirklich Wirkungen hat, seit 20 Jahren, viele Millionen Euro – und es ist bisher wenig rausgekommen.“
Der Verband der Nahrungsergänzungsmittelindustrie schickt uns umfangreiche Verweise auf Studien und lässt durch seine Rechtsanwälte besonders betonen, dass die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung „auf einer nicht tragfähigen wissenschaftlichen und juristischen Grundlage“ beruhe.
Wer die Industrie kritisch hinterfragt, hört schnell von ihren Anwälten. Das hat auch Professor Diel erlebt.
Prof. Patrick DielSprecher Isoflavon-Forschungsprojekt „Iso-Cross“, DSHS Köln:  „Ich kann mich also an Gespräche erinnern, wo wir eben mit Vertretern dieser Industrie zusammen saßen, wo dann in dem Moment, wo wir wissenschaftlich argumentiert haben, gleich mit Rechtsanwälten eben gekontert wurde. Das heißt, man hat gar keine Gelegenheit dort im Prinzip wissenschaftliche Aussagen zu machen, weil eben der Jurist praktisch jede Aussage einem sofort verdreht und sagt, das kann man aber gar nicht behaupten.“
Die zuständige deutsche Behörde fällt ein eindeutiges Urteil zu Isoflavonen in Nahrungsergänzungsmitteln.
Prof. Alfonso LampenBundesinstitut für Risikobewertung:  „Ich als Vertreter des Bundesinstituts für Risikobewertung empfehle den Frauen in den Wechseljahren diese Präparate nicht zu nehmen, weil sie keinen Nutzen haben und ein mögliches Risiko in ihnen steckt, wenn sie hochdosiert eingenommen werden.“
Diese Einschätzung teilen auch Bundesverbraucherzentralen und Stiftung Warentest.
Dass es praktisch keine behördliche Prüfung von Nahrungsergänzungsmitteln gibt, bevor sie auf den Markt kommen, weiß auch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung. Intern wurde nach Report-Recherchen schon über eine Gesetzesänderung nachgedacht. Offiziell verweist man aber auf die EU- Lebensmittelbehörde, die nächstes Jahr über die Sicherheit von Isoflavonen entscheiden will.
Alexandra Verfürth geht es heute wieder gut – auf Isoflavone hat sie verzichtet. Geholfen gegen die Wechseljahresbeschwerden hat ihr eine Behandlung bei ihrem Frauenarzt.

Heilkunde? Irrtum, Medizin ist ein Verkaufsschlager!
13. September 2013 um 08:43


Wir werden in der heutigen Medizin vergiftet, wenn wir mit einem kleinen Problem zum Arzt gehen. Nein, er weiß das nicht, denn die dazugehörigen Informationen sind gut verborgen. Man muss schon lange und tief bohren, um sie zu finden. Außerdem muss man die Infektionstheorie in Frage stellen, was gegen den wissenschaftlichen Konsens (Absprache) verstößt. Tut man das Eine oder Andere, wird man aus dem Medizin-Betrieb ausgesondert; sei es prozessual, sei es durch die Ärztekammer. Hierzu gibt es Beispiele (Hamer, Loibner u.a.).
Der Prozess ist schleichend. Zuerst erfanden Pasteur und Koch „Erreger“. Das heißt, sie machten aus Mikroben Angreifer, die vernichtet werden mussten. Es ist zwar nicht bewiesen, dass Mikroben den Körper attackieren. Aber wenn wir einen Angriff unterstellen (Konsens), dann gibt es einen Feind, den wir bekämpfen müssen. So erfanden Pasteur / Koch die Impfung und der Verdienst mit der zu ruinierenden Gesundheit und dem möglichst lange verhinderten Tod konnte anrollen. Die in dieser Theorie steckenden Irrtümer und unlogischen Schlussfolgerungen wären zwar leicht aufzudecken; aber es würde nötig sein, diese Theorie auch in Zweifel zu ziehen. Das wird während des Studiums jedem zukünftigen Arzt abgewöhnt. Damit er dafür auch keine Zeit hat, wird der Studienweg mit überflüssigem Wissen restlos überlastet. Nun hat der Student gar keine Zeit mehr, Theorien in Frage zu stellen. Vor allem wird wegen des bestehenden Konsenses die Theorie auch als Fakt dargestellt. Somit gibt es überhaupt keinen Grund, Fragen zu stellen.
Nun verfügt die Medizin nicht über die Möglichkeit zu heilen, wenn künstlich Vergiftungen erzeugt werden. Deshalb werden die Folgen der Impfung und anderer Maßnahmen als Ursache bestritten. Gleichzeitig werden weitere Gifte verabreicht, die in erster Linie das Nervensystem in Mitleidenschaft ziehen, den Verstand blockieren und damit den Patienten zum willigen Mitspieler in diesem tödlichen Spiel machen. Damit ist der Boden für eine 10- bis 20jährige teure Therapie bereitet. Vor allem hier in Deutschland steht für dieses Umsatz starke Experiment jede Menge Geld zur Verfügung.
Die deutsche Kassengesetzgebung hat festgelegt, dass nur noch solche Therapien bezahlt werden, die mit Giften operieren. Dies nennt sich Rezeptpflicht. Die Rezeptpflicht liegt für all die Stoffe vor, die gefährlich bis lebensbedrohlich sind; für Stoffe, die Abhängigkeit erzeugen können; für Stoffe, die letztlich für Heilung gar nicht geeignet sein können. Diese Stoffe werden von den Krankenkassen bezahlt. Dasselbe gilt für alle Untersuchungen, die eine solche Therapie stützen könnten. Ein großer Teil dieser Untersuchungsmethoden sind ebenfalls bedrohlich, wie man an der Bleischürze für die Assistenten und Patienten erkennen kann. In solchen Untersuchungen wird der Körper mit Strahlung beschossen, die auch als Waffe sicherlich einen nennenswerten Erfolg bewerkstelligen könnten.
Aus dieser Vorgehensweise resultiert in den meisten Fällen (Unfälle einmal ausgenommen) eine Dauermedikation. Sie fußt auf dem Versprechen, dass sich das Leben verlängere. Von Qualität ist dabei nicht die Rede. Die Dauermedikation vergiftet täglich die Menschen; ähnlich dem Film „Arsen und Spitzenhäubchen“. Man stirbt nicht gleich daran, aber man fühlt sich auch nicht wirklich wohl.
Da man mit Giften hervorragend verdienen kann (als chemisch-pharmazeutischer Hersteller), treffen wir diese auch in der Nahrung an. Aspartam in süßer Limonade und Aluminium in der Kosmetik sind typische Vertreter dieser Art.
So werden neue Krankheiten kreiert und neue Vergiftungsmethoden entwickelt. Gut beschrieben in der „Medikamentenstafette“ von Ephraim Kishon. Ich werde sie zum Abschluss hier einbinden. Als heilsam kann diese neue Medizin nicht gelten. Sie arbeitet nicht an der Heilung. Sie benutzt dieses Wort auch gar nicht. Sie droht mit früher eintretendem Tod, falls man nicht macht, was sie vorschreibt. Sie operiert mit Angst. Alles, was heilt, wird zum „Placebo“ degradiert. Dabei ist die Dauermitteilung die: ein Placebo beruht auf Glauben und ist somit unwissenschaftlich. Als Wissenschaftler muss man das ablehnen. Dass man damit eine Heilmethode (die des Glaubens an das eigene Leben) diskreditiert, wird ignoriert. Das „Nocebo“ (ich glaube, dass ich sterbe) hingegen wird zum Werkzeug, giftige Therapien zu verkaufen.
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Da niemand in der Heilkunde mit diesem Hintergrund arbeiten kann, bin ich dazu übergegangen, altes Wissen zu retten und offen zur Verfügung zu stellen. Sei es als Buchmaterial (Alraunen-Verlag), sei es als Website:

Diese Seite arbeitet ohne Profit. Da dies Geld kostet, werde ich irgendwann eine Spendenadresse einrichten. Ich hoffe, sie wird dann die Seite finanzieren.
Alte Heilmethoden und neue Erkenntnisse auf diesem Sektor finden sich dort. Ich mag nicht länger in den Abgrund der „modernen Medizin“ starren. Laut Nietsche guckt der Abgrund dann auch irgendwann zurück. Ich möchte glauben, dass Menschen gerne leben, deshalb gebe ich ihnen weiter, was ich selbst in vielen Jahren der Therapie erkannt und schätzen gelernt habe. Ich gebe auch das Wissen von Kollegen weiter, um das Angebot möglichst umfangreich zu machen.
Heilkunde darf kein Geschäft sein. Denn dann ist der Heilkundige abhängig von seinen Einnahmen. Wenn er von seinen Einnahmen abhängig ist, muss er sich bemühen, viele Kunden zu haben, die ihn bezahlen, sonst riskiert er seine Existenzgrundlage. Hierüber sollten wir nachdenken, wenn Heilkunde ins Geld geht. Dauertherapien sichern ebenso die Existenz. Somit ist auch das einer Überlegung wert.
Früher war Heilkunde Sache der Schamaninnen. Sie waren ganz normale Menschen, die einen eigenen Acker bewirtschafteten und eigenes Vieh hatten. Die Heilkunde wurde in der „Freizeit“ ausgeübt. Somit war es nicht wichtig, ob alles schnell oder langsam vonstattenging. Nur wenn der Kranke Zeit brauchte, dauerte es lange. Auch darüber sollten wir einmal nachdenken.
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Und hier Ephraim Kishons hervorragendes Essay – die Medikamentenstafette:

Es begann im Stiegenhaus. Plötzlich fühlte ich ein leichtes Jucken an der linken Ohrmuschel. Meine Frau ruhte nicht eher, als bis ich einen Arzt aufsuchte. Man kann, so sagte sie, in diesen Dingen gar nicht vorsichtig genug sein.
Der Arzt kroch in mein Ohr, tat sich dort etwa eine halbe Stunde lang um, kam wieder zum Vorschein und gab mir bekannt, daß ich offenbar ein leichtes Jucken in der linken Ohrmuschel verspürte.
„Nehmen Sie sechs Penicillin-Tabletten“, sagte er. „Das wird Ihnen gleich beide Ohren säubern.“
Ich schluckte die Tabletten. Zwei Tage später war das Jucken vergangen, und meine linke Ohrmuschel fühlte sich wie neugeboren. Das einzige, was meine Freude ein wenig trübte, waren die roten Flecken auf meinem Bauch, deren Jucken mich beinahe wahnsinnig machte.
Unverzüglich suchte ich einen Spezialisten auf; er wußte nach einem kurzen Blick sofort Bescheid.
„Manche Leute vertragen kein Penicillin und bekommen davon einen allergischen Ausschlag. Seien Sie unbesorgt. Zwölf Aureomycin-Pillen – und in ein paar Tagen ist alles wieder gut.“ Das Aureomycin übte die erwünschte Wirkung: die Flecken verschwanden. Es übte auch eine unerwünschte Wirkung: meine Knie schwollen an. Das Fieber stieg stündlich. Mühsam schleppte ich mich zum Spezialisten.
„Diese Erscheinungen sind uns nicht ganz unbekannt“, tröstete er mich. „Sie gehen häufig mit der Heilwirkung des Aureomycins Hand in Hand.“
Er gab mir ein Rezept für 32 Terramycin-Tabletten. Sie wirkten Wunder. Das Fieber fiel, und meine Knie schwollen ab. Der Spezialist, den wir an mein Krankenlager beriefen, stellte fest, daß der mörderische Schmerz in meinen Nieren eine Folge des Terramycins war, und ich sollte das nicht unterschätzen. Nieren sind schließlich Nieren.
Eine geprüfte Krankenschwester verabreichte mir 64 Streptomycin-Injektionen, von denen die Bakterienkulturen in meinem Inneren restlos vernichtet wurden.
Die zahlreichen Untersuchungen und Tests, die in den zahlreichen Laboratorien der modern eingerichteten Klinik an mir vorgenommen wurden, ergaben eindeutig, daß zwar in meinem ganzen Körper keine einzige lebende Mikrobe mehr existierte, daß aber auch meine Muskeln und Nervenstränge das Schicksal der Mikroben geteilt hatten. Nur ein extrastarker Chloromycin-Schock konnte mein Leben noch retten.
Ich bekam einen extrastarken Chloromycin-Schock.
Meine Verehrer strömten in hellen Scharen zum Begräbnis, und viele Müßiggänger schlossen sich ihnen an. In seiner ergreifenden Grabrede kam der Rabbiner auch auf den heroischen Kampf zu sprechen, den die Medizin gegen meinen von Krankheit zerrütteten Organismus geführt und leider verloren hatte. Es ist wirklich ein Jammer, daß ich so jung sterben mußte. Erst in der Hölle fiel mir ein, daß jenes Jucken in meiner Ohrmuschel von einem Moskitostich herrührte.
(aus: Ephraim Kishon, Arche Noah – Touristenklasse, Langen-Müller Verlag, München-Wien 1983)


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